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Editorial: Hinter den Vorhang sehen

Das Buch der Offenbarung beinhaltet viele schwer verständliche Bilder und Aussagen. Aber ziemlich genau in der Mitte der Offenbarung findet sich eine ganz besonders außergewöhnliche Passage. In Offenbarung 12 dürfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Weltgeschichte werfen. 

Bei so einem dichten Text kann ich hier nur reinen groben Überblick geben.

Drei Personen stehen im Zentrum dieses Textes: Eine schwangere Frau, bekleidet und umgeben von Sonne, Mond und Sternen. Der Gegenspieler der Frau ist ein Drache. Über den Drachen wird gesagt, dass er auf die Geburt des Kindes wartet, um das Kind dann zu töten.

Das Kind kommt dennoch wohlbehalten zur Welt. Gott selbst sorgt für das Kind und er sorgt auch für die Mutter des Kindes, die er an einen sicheren Ort bringt.

Nachdem der Drache gemerkt hat, dass er dem Kind nichts mehr antun kann, wendet er sich verstärkt gegen die Frau. Diese wird aber auf wundersame Weise geschützt. 

Ich habe es bereits erwähnt: Die Bildsprache der Offenbarung ist sehr herausfordernd. Und dennoch ist es möglich, die grobe Handlung dieses Abschnitts zu verstehen.

Die schwangere Frau im Text symbolisiert das Volk Israel. Jesus ist das neugeborene Kind aus dem Volk Israel. Der Drache ist der Gegenspieler Gottes, der Teufel. 

Bereits kurz nach der Geburt von Jesus hat Herodes versucht das Baby umzubringen. Später hat man immer wieder versucht Jesus zu töten, bis man ihn schließlich ans Kreuz genagelt hat.  

Das ist die menschliche Sicht auf die Ereignisse. Offb 12 lässt uns die andere Seite der Wirklichkeit sehen. Es gibt mehr, als das, was wir vor Augen sehen. Es gibt eine Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit. Wir verstehen: Der eigentliche Antreiber hinter diesen Mordversuchen ist der Teufel, der die Gefahr durch Jesus auszuschalten versucht, vom ersten Moment an. 

Aber die ermutigende Botschaft aus Offb 12 und dem ganzen Buch der Offenbarung lautet: Jesus bleibt am Ende der Sieger. Alle Versuche, ihn und seine rettende Botschaft unschädlich zu machen sind gescheitert und werden weiter scheitern. 

Wenn wir also in die Weihnachtszeit gehen, mit den Kerzen und Kränzen, mit den Geschenken und den Süssigkeiten, dann erinnert uns Offb 12 daran: Weihnachten ist nicht nur ein schönes Fest – auch wenn es das ist und wir es genießen sollen. 

Weihnachten beinhaltet auch eine tiefe geistliche Wahrheit, die weit über den Stall in Betlehem hinausreicht und wortwörtlich kosmische Dimensionen hat. Und wir dürfen einen Anteil daran haben. 

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