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Editorial: Durch Christus versöhnt

Zum menschlichen Leben gehört die Erfahrung von Trennung und Zerbruch von Anfang an dazu. Jeder Mensch wird in einer ganz engen Beziehung zu einem anderen Mensch geboren: Im Bauch der Mutter, mit ihr verbunden durch die Nabelschnur. Die Erfahrung der Geburt ist eine Erfahrung der Trennung.

Das setzt sich im weiteren Leben fort. Ein Baby bleibt nah an seiner Mutter. Im Laufe der Zeit aber macht es die Erfahrung, dass eine ununterbrochene Nähe nicht möglich ist. Das ist eine notwendige Erfahrung, die aber dadurch nicht weniger unangenehm ist. Der Schmerz dieser Erfahrung wird überwunden durch das feste Band der Liebe, das idealerweise zwischen Eltern und Kind geknüpft worden ist.

Da, wo die Liebe die Erfahrung der Trennung nicht auffängt, da bleibt der Schmerz und richtet u.U. Schaden an. Dieses Kind wird, wenn es älter wird, erleben, dass neue Beziehungen geknüpft werden und bestehende Beziehungen in die Brüche gehen können. Alle diese Brüche hinterlassen Spuren in unserem Leben. Auch diese Brüche können durch liebevolle Beziehungen zu anderen Menschen aufgefangen und geheilt werden.

Der größte Bruch im Leben eines Menschen, der auch die meisten Spuren in seinem Leben hinterlässt, ist der Bruch des Menschen mit Gott. Der Bruch ist bei Adam und Eva geschehen, aber er setzt sich im Leben aller Menschen fort. Es ist ein Bruch, den wir Menschen nicht selbst heilen können.

Damit ein Beziehungsbruch heilen kann, muss es zur Versöhnung kommen. Und Versöhnung ist nur dann möglich, wenn beide Seiten sich aufeinander zubewegen. In Jesus Christus hat Gott sich auf den Weg zum Menschen gemacht. Und er hat alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Versöhnung möglich ist:

Ja, Gott hat beschlossen, mit der ganzen Fülle seines Wesens in ihm zu wohnen und durch ihn das ganze Universum mit sich zu versöhnen. Dadurch, dass Christus am Kreuz sein Blut vergoss, hat Gott Frieden geschaffen. Die Versöhnung durch Christus umfasst alles, was auf der Erde, und alles, was im Himmel ist. Auch ihr seid darin eingeschlossen.

Die Bibel, Kolosser 1,19-21

Es ist also die Liebe von Jesus zu uns, die den Weg zur Versöhnung ebnet. Seine Liebe zeigt sich darin, dass er sich zerbrechen lässt, damit der Bruch zwischen uns und Gott geheilt werden kann. Dadurch öffnet er uns nicht nur die Tür zur Versöhnung mit Gott, sondern auch den Weg zur Versöhnung als Menschen untereinander. Er wird uns zum Vorbild dafür, dass versöhntes Leben möglich ist.

Dieses Editorial erschien im Gemeindebrief der EFG Augustfehn für März und April 2020.

Brief-20MärzApril