Der König kommt auf leisen Sohlen

Wenn man das Wort König oder Königin hört, dann denkt man meistens an Prunk und Gold und Glitzer. Aber an Weihnachten sehen wir, dass es auch ganz anders sein kann.

An Weihnachten kam ein König auf ganz ganz leisen Sohlen. Fast keiner hat gemerkt, dass er da ist. Es spielt zwar ein großes Chororchester zu seiner Ehre, aber gehört wird es nur von ein paar Schafhirten. Es kommen auch ein paar Besucher aus dem Ausland, die mitbekommen haben, dass da etwas großartiges passiert ist.

Aber die aus dem eigenen Land, die, für die der König gekommen ist, die merken gar nicht wirklich, was da los ist. Selbst als die Verantwortlichen im Land darauf hingewiesen werden, ist die Reaktion anders, als man es eigentlich erwarten würde. Da sollte Freude sein, dass endlich der König gekommen ist, auf den man so lange gewartet hat. Stattdessen ist da nur Angst vor einem, der den Leitern die Herrschaft streitig machen möchte. Zumindest fürchten sie das. Schnell treffen die Herrschenden eine Entscheidung: Dieser König muss weg, bevor er richtig da ist.

Dieser König wird also in ein ganz und gar unkönigliches Umfeld geboren: Bei einem armen, frisch verheirateten Ehepaar, in einer überhaupt nicht glamourösen Krippe, in einem unbedeutenden Kaff, in einem unbedeutenden Fleckchen dieser Erde. Dadurch wird aber deutlich gemacht, was das für ein König sein wird: Er wird kein König sein, der mit Macht und Gewalt herrscht, er wird kein König sein, der blenden will mit Reichtum und Schönheit. Dieser König ist ein König, der kommt, um für sein Volk da zu sein, für die Menschen, gerade auch für die armen, ausgegrenzten und ausgestoßenen Menschen. Das wird ihn tatsächlich auch sein ganzes Leben lang auszeichnen, dass er genau zu diesen Menschen hingeht und Ihnen Gottes Liebe weitergibt.

Als dieser König am Ende seines Lebens vor einem anderen Herrscher steht, fragt dieser ihn: Bist du der König der Juden? Jesus – so heißt dieser König auf leisen Sohlen – antwortet: „Ja, das bin ich, aber mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Das heißt: es orientiert sich nicht an dem, was in dieser Welt wichtig ist. Nicht an Äußerlichkeiten, Prunk oder Macht. Sein Reich orientiert sich an dem, was Gott wichtig ist: Den Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen. Das hat er sein ganzes Leben lang durch gezeigt, von dem Augenblick an, als er als Baby in der Krippe in Betlehem zur Welt gekommen ist.

Dieser König auf leisen Sohlen möchte sich auch auf den Weg zu dir machen. Er braucht den Trubel an Weihnachten nicht, die laute Musik, die teuren Geschenke, die aufwendige Dekoration, das üppige Essen. Das alles darf gerne sein, daran dürfen wir uns erfreuen.

Aber dabei sollten wir nicht vergessen, wieso wir Weihnachten eigentlich feiern: Das Gott dir in Jesus Christus das schönste und wichtigste Geschenk gemacht hat, das es gibt – nämlich sich selbst. In Jesus macht sich Gott auf den Weg zu dir, weil du ihm unendlich wertvoll bist.

Quellenhinweis: Abdruck aus der Dezemberausgabe mit freundlicher Genehmigung durch den Bürgerspiegel.

Karlneu